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Leitfaden11 Min. Lesezeit

Gebrauchte Kleidung verkaufen 2026: Vinted, Kleinanzeigen, eBay, momox, Sellpy und Co. im Vergleich

TL

Gründer von ResellTrack · 400+ Nutzer

Der Kleiderschrank quillt über, und du willst die Sachen nicht einfach in den Altkleidercontainer werfen. Die Frage ist nur: Wo verkaufst du gebrauchte Kleidung am besten? Es gibt zwei grundverschiedene Wege. Entweder du verkaufst selbst, auf Vinted, Kleinanzeigen oder eBay, und bekommst den Preis, den ein Käufer zahlt. Oder du gibst die Arbeit ab, an momox fashion, Sellpy oder Zalando, und bekommst dafür deutlich weniger, aber ohne Fotos, Nachrichten und Versand.

Die kurze Antwort: Am meisten bleibt dir meist auf Vinted, Kleinanzeigen oder eBay, denn Privatverkäufer zahlen dort für den Verkauf in Deutschland keine Provision. Ankaufdienste wie momox fashion zahlen einen Festpreis sofort, Sellpy verkauft für dich gegen einen Anteil von 40 bis 70 %. Für Designerstücke lohnt Vestiaire Collective, trotz höherer Gebühren.

Alle Gebühren und Bedingungen wurden im Oktober 2026 auf den offiziellen Seiten der Anbieter geprüft und sind jeweils verlinkt. Die Anbieter ändern ihre Konditionen regelmäßig: Maßgeblich ist, was dir beim Verkauf angezeigt wird.

Selbst verkaufen oder Ankauf: der grundsätzliche Unterschied

Bevor du eine Plattform wählst, lohnt sich eine Entscheidung, die viel mehr über deinen Erlös aussagt als jede Gebührentabelle.

  • Selbst verkaufen (Vinted, Kleinanzeigen, eBay, Vestiaire Collective, Flohmarkt): Du fotografierst, beschreibst, legst den Preis fest, beantwortest Fragen und verschickst. Dafür bekommst du den Marktpreis, also das, was ein anderer Mensch tatsächlich für das Teil zahlt.
  • Ankauf zum Festpreis (momox fashion, Zalando Pre-owned, viele Second-Hand-Läden): Du bekommst sofort einen festen Betrag. Der Ankäufer muss das Teil selbst weiterverkaufen und davon Lager, Personal und Marge bezahlen. Der Ankaufspreis liegt deshalb zwangsläufig unter dem späteren Verkaufspreis.
  • Kommission (Sellpy, manche Second-Hand-Läden): Ein Dienstleister verkauft in deinem Namen und behält einen Teil des Verkaufspreises. Du bekommst dein Geld erst, wenn das Teil wirklich verkauft ist.

Faustregel: Je mehr Arbeit du abgibst, desto weniger bleibt dir. Für einen Sack mit No-Name-Shirts kann sich der Ankauf trotzdem lohnen, weil dir die Arbeit pro Teil sonst mehr kostet, als das Teil einbringt. Für eine Markenjacke lohnt sich fast immer der eigene Verkauf.

Die Plattformen im Vergleich

Plattform Modell Kosten für dich als Privatverkäufer Geeignet für
Vinted Selbst verkaufen Keine Verkaufsgebühr. Der Käufer zahlt die Vinted-Gebühr und den Versand Fast alle Kleidungsstücke, Schuhe, Taschen
Kleinanzeigen Selbst verkaufen „Sicher bezahlen“ ist für Verkäufer kostenlos, der Käufer zahlt 0,50 € + 4,5 % Lokale Abholung, Pakete, größere Posten
eBay Selbst verkaufen (Festpreis oder Auktion) Keine Verkaufsprovision innerhalb Deutschlands, 320 Angebote pro Monat gratis Markenware, Sammlerstücke, Auktionen
Vestiaire Collective Selbst verkaufen Unter 75 €: 12 € + 3 €. Von 75 € bis 15.000 €: 17 % + 3 % Designer- und Luxusmode
momox fashion Ankauf zum Festpreis Keine Gebühr, Versand ab 10 € Ankaufswert kostenlos Schnell viele Teile loswerden
Sellpy Kommission Tasche 2,99 €, Anzeigengebühr pro Artikel, Anteil 40 % (70 % über 50 €) Wer gar keinen Aufwand will
Zalando Pre-owned Ankauf gegen Gutschein Kostenloser Versand, Auszahlung als Geschenkgutschein Neuwertige Teile, wenn du ohnehin bei Zalando kaufst
Flohmarkt Selbst verkaufen, bar Standgebühr des Veranstalters Viele günstige Teile an einem Tag
Second-Hand-Laden Ankauf oder Kommission Je nach Laden Lokale Abgabe ohne Versand

Vinted: keine Gebühr für Verkäufer

Vinted ist in Deutschland der naheliegende Ort für gebrauchte Kleidung. Für Privatverkäufer ist das Einstellen und Verkaufen kostenlos: „Auf das Hochladen und Verkaufen von Artikeln auf Vinted wird keine Gebühr erhoben.“ Die Vinted-Gebühr (früher Käuferschutzgebühr) zahlt der Käufer. Laut offizieller Preisliste (Stand 05.10.2026) beträgt sie normalerweise 5 % + 0,70 €. Auch den Versand zahlt der Käufer.

Verkaufst du ein Teil für 30 €, bekommst du also 30 €. Kosten entstehen dir nur, wenn du freiwillig Push oder Vitrine buchst. Was der Käufer insgesamt zahlt, rechnet unser Vinted-Gebührenrechner aus.

Vorteile: riesige Käuferschaft für Mode, vorbereitete Versandscheine, die Zahlung läuft über die Plattform. Nachteile: Du machst alles selbst, und bei sehr günstigen Teilen schrecken Vinted-Gebühr und Versand Käufer ab. Dann helfen Bündel. Wie der Ablauf Schritt für Schritt aussieht, steht in unserem Leitfaden bei Vinted verkaufen, alles zu Paketen und Versandarten in Vinted Versand.

Kleinanzeigen: lokal oder mit „Sicher bezahlen“

Auf Kleinanzeigen kannst du Kleidung zur Abholung anbieten oder verschicken. Wählst du Versand, ist automatisch „Sicher bezahlen“ aktiviert. Laut der Kleinanzeigen-Hilfe zahlt der Käufer dabei Artikelpreis, Versand und eine Servicegebühr von 0,50 € + 4,5 % des Kaufpreises. Für Verkäufer ist der Service kostenlos, so steht es auch auf der Themenseite zu „Sicher bezahlen“.

Wichtig für den Ablauf: Nach der Zahlung hast du 48 Stunden Zeit, die Verfügbarkeit zu bestätigen, sonst wird storniert. Ausgezahlt wird, wenn der Käufer den Erhalt bestätigt, spätestens 14 Tage nach Versand gilt das Paket automatisch als angenommen (So funktioniert der Verkauf mit „Sicher bezahlen“). Willst du den Service nicht, stellst du die Anzeige auf „Nur Abholung“.

Stärke: Abholung vor Ort, ideal für Kinderkleidung im Paket, Wintermäntel oder ganze Kisten. Schwäche: Bei Mode ist die Nachfrage auf Vinted meist größer, und bei Abholung musst du mit Verhandlungen und abgesagten Terminen rechnen.

eBay: kostenlos für Privatverkäufer in Deutschland

Auf eBay zahlen private Verkäufer mit Wohnsitz in Deutschland keine Verkaufsprovision. Die Gebührenseite für private Verkäufer nennt den Verkauf innerhalb Deutschlands kostenlos. Die ersten 320 Angebote pro Monat sind gebührenfrei, danach kostet jedes weitere 0,50 €. Kostenpflichtig sind nur Zusatzoptionen wie Galerie Plus oder ein Untertitel.

eBay spielt seine Stärke bei gesuchten Marken, Sammlerstücken und Vintage aus, wo eine Auktion mehr bringen kann als ein Festpreis. Für den durchschnittlichen Pullover ist die Konkurrenz durch Vinted groß.

Vestiaire Collective: für Designerstücke

Vestiaire Collective ist auf Designer- und Luxusmode spezialisiert. Das Einstellen ist kostenlos, beim Verkauf werden Gebühren abgezogen. Laut der Hilfeseite zu den Verkaufsgebühren, gültig für Artikel, die ab dem 15. Oktober 2026 eingestellt werden:

  • Artikel unter 75 €: feste Verkaufsgebühr von 12 € plus 3 € Zahlungsabwicklung
  • Artikel von 75 € bis 15.000 €: 17 % plus 3 % Zahlungsabwicklung
  • Artikel über 15.000 €: 2.500 € plus 3 %
  • Artikel unter 16 € werden nicht angenommen

Bei einer Tasche für 400 € gehen also 80 € an Gebühren ab (68 € + 12 €), dir bleiben 320 €. Für Teile unter 75 € fressen die festen 15 € einen großen Teil des Preises. Für hochwertige Stücke kann sich die spezialisierte Käuferschaft trotzdem lohnen. Welche Alternativen es für Luxusware auf Vinted gibt und wie dort die Echtheitsprüfung funktioniert, erklärt unser Artikel Luxus auf Vinted verkaufen.

momox fashion: Festpreis sofort

momox fashion kauft Kleidung zum Festpreis an. Du gibst Marke und Kategorie ein und siehst sofort, ob das Teil gerade angekauft wird und zu welchem Preis. Laut den AGB von momox gilt ein Mindestverkaufsbetrag von 10 €. Ab diesem Ankaufswert ist der Versand kostenlos. Nach Eingang prüft momox Qualität und Echtheit, laut AGB spätestens 14 Werktage nach Wareneingang. Die Zahlung ist spätestens 28 Tage nach Abschluss der Prüfung fällig, per Überweisung oder auf Wunsch als Gutschein für den momox-fashion-Shop. Abgelehnte Teile kannst du kostenpflichtig zurückschicken lassen.

Die Ankaufsbedingungen sind streng: Fehlende Teile, Schäden und jede Art von Veränderung, etwa gekürzte Hosen, führen zur Ablehnung.

Realistisch: momox muss jedes Teil mit Gewinn weiterverkaufen. Der Ankaufspreis liegt deshalb deutlich unter dem, was dasselbe Teil auf Vinted bringt. Dafür sparst du dir Fotos, Nachrichten und einzelne Pakete. Für Massenware ohne große Marke ist das oft der ehrlichere Deal.

Sellpy: jemand verkauft für dich

Bei Sellpy bestellst du eine Tasche, füllst sie und schickst sie zurück. Sellpy sortiert, fotografiert, setzt den Preis und verkauft. Die Tasche kostet laut Sellpy-Hilfe 2,99 € inklusive Porto in beide Richtungen. Dein Anteil (Quelle):

  • 40 % des Verkaufspreises bis 50 €
  • 70 % auf den Teil, der 50 € übersteigt
  • abzüglich einer Anzeigengebühr pro eingestelltem Artikel, auch wenn er nicht verkauft wird: 1,20 €, für Taschen ab dem 2. November 1,30 €

Ein Teil, das für 35 € verkauft wird, bringt dir also 14 € vor Anzeigengebühr. Auf Vinted bekämst du für denselben Preis 35 €. Dafür musst du bei Sellpy nichts tun außer packen. Alle Details, Wartezeiten und Erfahrungen findest du in unserem Test Sellpy Erfahrungen.

Zalando Pre-owned: Gutschein statt Geld

Zalando kauft über die Seite „Verkaufe mit uns“ weiterhin gebrauchte Artikel an, der Dienst war im Oktober 2026 aktiv. Du wählst die Artikel aus, Zalando nennt dir den Betrag, du verschickst kostenlos. Ausgezahlt wird als Geschenkgutschein. Infrage kommen laut Zalando nur neuwertige Artikel: keine Flecken oder Gerüche, keine Löcher, Original-Markenetikett, nichts fehlt. Im Februar 2026 hat Zalando das Angebot laut Pressemitteilung auf Kindermode ausgeweitet, die bei Zalando gekauft wurde.

Das lohnt sich vor allem, wenn du ohnehin bei Zalando einkaufst. Als Bargeldquelle taugt es nicht.

Flohmarkt und Second-Hand-Laden

Flohmarkt: Du zahlst eine Standgebühr an den Veranstalter, verkaufst bar und hast keinen Versand. Gut für viele günstige Teile, Kinderkleidung und alles, was sich online wegen der Versandkosten nicht lohnt. Plane einen ganzen Tag ein und rechne damit, dass gehandelt wird.

Second-Hand-Laden: Manche Läden kaufen zum Festpreis an, andere nehmen in Kommission und zahlen erst nach dem Verkauf. Die Bedingungen legt jeder Laden selbst fest. Frag vorher nach Annahmezeiten, Saison und Marken, die der Laden sucht. Viele nehmen nur aktuelle Saisonware.

Was du realistisch bekommst

Pauschale Preise pro Kilo oder pro Teil wären unseriös, denn der Erlös hängt fast ausschließlich von Marke, Modell, Zustand und Saison ab. Ein paar ehrliche Orientierungspunkte:

  • No-Name und Fast Fashion bringen beim Einzelverkauf oft nur wenige Euro. Hier lohnen Bündel, der Flohmarkt oder ein Ankaufdienst.
  • Bekannte Marken in gutem Zustand verkaufen sich auf Vinted oder eBay deutlich besser. Der Abstand zum Ankaufspreis ist hier am größten.
  • Designer und Luxus gehören auf Vestiaire Collective, Vinted (mit Echtheitsprüfung) oder eBay, nie in einen Sack für den Festpreisankauf.
  • Saison zählt: Wintermäntel verkaufen sich im Herbst, Sandalen im Frühjahr.

Den besten Anhaltspunkt liefern nicht Angebotspreise, sondern tatsächlich verkaufte Artikel. Viele Anzeigen auf Vinted stehen monatelang zu einem Preis, den niemand zahlt. Mit ResellTrack kannst du nachsehen, zu welchem Preis vergleichbare Teile wirklich verkauft wurden: Lens schätzt anhand eines Fotos eine Preisspanne mit Strategien für einen schnellen oder einen möglichst hohen Verkauf, und der Scan einer Marke oder Kategorie zeigt die beobachteten Verkäufe. Wie die Bildersuche funktioniert, erklärt unser Artikel Vinted Bildersuche. ResellTrack ist ein kostenpflichtiges Analysewerkzeug ab 24 € im Monat, ohne Gratis-Test, und lohnt sich vor allem, wenn du regelmäßig verkaufst. Für einen einmaligen Kleiderschrank-Verkauf reicht oft der Blick auf ähnliche verkaufte Anzeigen.

So gehst du vor

  1. Sortieren: drei Stapel. Markenware in gutem Zustand, durchschnittliche Teile, Teile mit Mängeln.
  2. Markenware selbst verkaufen, auf Vinted, eBay oder bei Designerstücken auf Vestiaire Collective.
  3. Durchschnittliche Teile als Bündel auf Vinted oder Kleinanzeigen anbieten, oder bei momox fashion den Festpreis prüfen.
  4. Was übrig bleibt, auf den Flohmarkt, an Sellpy oder in die Kleiderspende.
  5. Mängel immer angeben und fotografieren. Das schützt dich bei Reklamationen auf jeder Plattform.

Ein Hinweis zu Steuern: Wer eigene, getragene Kleidung verkauft, zahlt in der Regel keine Steuern, auch wenn die Plattform deine Verkäufe ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Jahr ans Finanzamt meldet. Anders ist es, wenn du gezielt einkaufst, um weiterzuverkaufen. Die Details stehen in unserem Ratgeber Vinted Steuern und Finanzamt.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann man gebrauchte Kleidung am besten verkaufen?

Wenn du den höchsten Erlös willst, verkaufst du selbst: auf Vinted für Mode allgemein, auf eBay für gesuchte Marken und Sammlerstücke, auf Vestiaire Collective für Designerware. Wenn du möglichst wenig Aufwand willst, sind momox fashion (Festpreis) oder Sellpy (Kommission) bequemer, zahlen aber weniger.

Was kostet es, Kleidung auf Vinted zu verkaufen?

Für Privatverkäufer nichts. Vinted erhebt keine Gebühr fürs Einstellen und Verkaufen. Die Vinted-Gebühr, normalerweise 5 % + 0,70 €, und den Versand zahlt der Käufer. Kosten entstehen nur für freiwillige Optionen wie Push und Vitrine.

Wie viel zahlt momox fashion für Kleidung?

momox fashion nennt dir für jedes Teil vorab einen Festpreis, der von Marke, Kategorie und Nachfrage abhängt. Eine Einsendung muss mindestens 10 € Ankaufswert erreichen, dann ist der Versand kostenlos. Weil momox die Teile selbst weiterverkauft, liegt der Ankaufspreis unter dem Preis, den du beim eigenen Verkauf erzielen kannst.

Lohnt sich Sellpy oder Vinted mehr?

Finanziell meist Vinted: Dort bekommst du den vollen Verkaufspreis, bei Sellpy 40 % bis 50 € und 70 % auf den darüber liegenden Teil, abzüglich einer Anzeigengebühr pro Artikel. Sellpy lohnt sich, wenn du keine Zeit für Fotos, Nachrichten und Versand hast.

Kann ich Kleidung an Zalando verkaufen?

Ja, über die Seite „Verkaufe mit uns“. Zalando nimmt nur neuwertige Artikel ohne Flecken, Löcher oder fehlende Teile an, der Versand ist kostenlos, und ausgezahlt wird als Geschenkgutschein, nicht als Geld.

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich meine Kleidung verkaufe?

Für eigene, gebrauchte Kleidung in der Regel nicht, auch wenn Plattformen deine Daten ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Jahr melden. Steuerpflichtig wird es, wenn du gezielt Ware einkaufst, um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen. Dann bist du gewerblich tätig.

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