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Reselling in Deutschland 2026: Was es ist, wo du einkaufst, wo du verkaufst und ob es sich lohnt

TL

Gründer von ResellTrack · 400+ Nutzer

Auf Instagram und TikTok sieht Reselling einfach aus: ein Stapel Pullover vom Flohmarkt, ein paar Fotos, und eine Woche später ist alles mit Gewinn verkauft. In der Praxis entscheiden drei Dinge über Erfolg oder Frust: was du einkaufst, zu welchem Preis, und wo du es wieder verkaufst. Dieser Artikel gibt dir den Überblick über alle Plattformen hinweg. Wenn du dich auf Vinted konzentrieren willst, findest du die Details im kompletten Leitfaden zum Wiederverkauf auf Vinted.

Die kurze Antwort: Reselling bedeutet, Waren günstig einzukaufen, etwa auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden oder online, und sie mit Gewinn weiterzuverkaufen, zum Beispiel auf Vinted, eBay oder Kleinanzeigen. Es kann sich lohnen, wenn du die Nachfrage vor dem Einkauf prüfst und deine Marge nach allen Kosten rechnest. Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft, braucht ein Gewerbe.

Gebühren und Regeln im Oktober 2026 auf den offiziellen Seiten der Plattformen und auf gesetze-im-internet.de geprüft und jeweils verlinkt. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

Was ist Reselling?

Reselling (auf Deutsch Wiederverkauf) bedeutet, Waren einzukaufen, um sie weiterzuverkaufen. Im Alltag meint man damit meist Secondhand-Reselling: Kleidung, Schuhe, Taschen, Vintage, Sneaker, aber auch Spielzeug, Bücher oder Elektronik, die gebraucht gekauft und wieder verkauft werden. Der Gewinn entsteht aus dem Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, abzüglich aller Kosten.

Das Wort „Reseller“ hat im Deutschen noch eine zweite Bedeutung: Im B2B-Bereich sind Reseller Wiederverkäufer von Software, Hosting oder Hardware. Um diese Bedeutung geht es hier nicht.

Wichtig ist der Unterschied zum Ausmisten. Wer seinen eigenen Kleiderschrank verkauft, ist kein Reseller. Reselling beginnt dort, wo du gezielt einkaufst, um zu verkaufen. Das ist auch die Grenze, die steuerlich zählt, dazu weiter unten mehr.

Wie Reselling funktioniert: die drei Hebel

  1. Sourcing: Wo findest du Ware unter dem Marktpreis? Hier entsteht der größte Teil deines Gewinns.
  2. Auswahl: Welche Artikel verkaufen sich tatsächlich, wie schnell und zu welchem Preis? Wer nach Gefühl einkauft, sitzt schnell auf einem Lager, das niemand will.
  3. Verkauf: Auf welcher Plattform erreichst du die richtigen Käufer, und wie präsentierst du die Ware? Fotos, Titel, Preis und Versand entscheiden über die Verkaufsdauer.

Die meisten Einsteiger konzentrieren sich auf Punkt 3. Profitabel wird Reselling aber vor allem über Punkt 1 und 2: Ein Teil, das du zu teuer oder ohne Nachfrage eingekauft hast, rettet auch das beste Foto nicht.

Sourcing: wo Reseller in Deutschland einkaufen

  • Flohmärkte: klassischer Einstieg. Früh da sein, Bargeld in kleinen Scheinen mitnehmen, gezielt nach Marken und Materialien suchen. Gegen Ende des Tages lassen viele Verkäufer mit sich handeln.
  • Second-Hand-Läden und Sozialkaufhäuser: wechselndes Angebot, oft feste Preise. Wer regelmäßig vorbeischaut, sieht neue Ware zuerst.
  • Kilo-Läden und Vintage-Verkäufe nach Gewicht: lohnend, wenn du Materialien und Marken schnell erkennst, riskant, wenn du nach Masse kaufst.
  • Haushaltsauflösungen und Nachlässe: oft große Mengen auf einmal, gemischte Qualität.
  • Online: Kleinanzeigen-Lots, schlecht fotografierte oder falsch kategorisierte Anzeigen auf Vinted und eBay. Viele Reseller kaufen auf denselben Plattformen ein, auf denen sie verkaufen.
  • Restposten und Retourenware: größere Mengen von Händlern. Hier ist das Risiko höher, weil du die Ware oft nicht einzeln prüfen kannst.

Egal wo: Leg vor dem Einkauf fest, wie viel du höchstens zahlen darfst. Diesen Preis leitest du aus dem ab, was vergleichbare Teile tatsächlich verkauft wurden, nicht aus Angebotspreisen. Wie du solche Daten findest, zeigt unser Artikel profitable Vinted-Nischen finden.

Plattformen zum Verkaufen im Vergleich

Für Reseller zählt nicht nur die Gebühr, sondern auch, ob die Plattform gewerbliche Verkäufer zulässt und zu welchen Bedingungen. Die folgende Tabelle zeigt die Konditionen für Privatverkäufer laut den offiziellen Seiten. Als Gewerbetreibender gelten teils andere Regeln, siehe den Abschnitt zum Gewerbe.

Plattform Kosten für Verkäufer (privat) Stärken für Reseller
Vinted Keine Verkaufsgebühr, der Käufer zahlt die Vinted-Gebühr (normalerweise 5 % + 0,70 €) laut Preisliste Größte Käuferschaft für Mode, einfacher Versand
eBay Keine Verkaufsprovision innerhalb Deutschlands, 320 Angebote pro Monat gratis laut eBay Auktionen, Sammlerstücke, Elektronik, Vintage
Kleinanzeigen „Sicher bezahlen“ kostenlos für Verkäufer, der Käufer zahlt 0,50 € + 4,5 % laut Kleinanzeigen-Hilfe Lokale Abholung, Großes und Schweres, Lots
Vestiaire Collective Unter 75 €: 12 € + 3 €, ab 75 €: 17 % + 3 % laut Vestiaire (ab 15.10.2026) Designer und Luxus mit spezialisierter Käuferschaft

Viele Reseller kombinieren Plattformen: Mode auf Vinted, Sammlerstücke und Auktionen auf eBay, sperrige Lots auf Kleinanzeigen. Ankaufdienste wie momox fashion oder Sellpy sind dagegen eher ein Ausweg für Restbestände, weil sie dir nur einen Teil des späteren Verkaufspreises zahlen. Einen ausführlichen Vergleich aller Wege findest du in gebrauchte Kleidung verkaufen.

Marge richtig rechnen

Der häufigste Fehler im Reselling ist, nur Einkaufs- und Verkaufspreis zu vergleichen. Die echte Rechnung:

Nettomarge = Verkaufspreis − Einkaufspreis − Anfahrt oder Hinversand − Verpackung − Plattformkosten − Werbeoptionen

Bei Vinted fällt für Privatverkäufer keine Verkaufsgebühr an, die Vinted-Gebühr und den Versand zahlt der Käufer. Kosten wie Push oder Vitrine trägst du aber selbst. Auf Vestiaire Collective dagegen gehen die Gebühren direkt vom Erlös ab.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, nur um die Methode zu zeigen: Du kaufst eine Jacke für 15 € und verkaufst sie auf Vinted für 45 €. Verpackung 1 €, kein Push. Nettomarge: 45 − 15 − 1 = 29 €. Buchst du einen Push, ziehst du dessen Preis, den die App beim Bezahlen anzeigt, zusätzlich ab. Wäre die Jacke drei Monate liegen geblieben und am Ende für 25 € weggegangen, blieben 9 €.

Daraus folgen zwei Regeln:

  • Die Verkaufsdauer gehört in die Rechnung. Ware, die monatelang liegt, bindet Geld und Platz und wird am Ende oft reduziert.
  • Deine Zeit kostet auch. Fotografieren, beschreiben, Nachrichten, verpacken: Bei Teilen mit 5 € Marge verdienst du pro Stunde wenig.

Mach diese Rechnung für jeden Artikel vor dem Einkauf, nicht danach. Ein kostenloser Gewinnrechner findet sich in unseren Tools.

Was sich gut verkauft

Allgemeine Listen nach dem Motto „diese 10 Marken gehen immer“ veralten schnell, und alle anderen Reseller lesen dieselben Listen. Besser ist, die Nachfrage selbst zu prüfen, mit drei Fragen:

  • Liquidität: Wie viele vergleichbare Teile werden tatsächlich verkauft, und wie schnell?
  • Preis: Zu welchem Preis wurden sie verkauft, nicht angeboten?
  • Konkurrenz: Wie viele Anzeigen stehen dagegen? Viele Anzeigen und wenige Verkäufe sind ein Warnsignal.

Oft liegen die besseren Margen nicht bei den bekanntesten Streetwear-Marken, sondern in weniger umkämpften Segmenten wie Damenmode, Outdoor oder Nischen-Lederwaren. Dort ist die Konkurrenz beim Einkauf kleiner, und die Käufer zahlen für gute Qualität.

Gewerbe und Steuern beim Reselling

Hier trennt sich Reselling klar vom Ausmisten. Wer gezielt einkauft, um regelmäßig mit Gewinn weiterzuverkaufen, betreibt in der Regel ein Gewerbe. Das Einkommensteuergesetz beschreibt einen Gewerbebetrieb als „selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird“ (§ 15 Abs. 2 EStG). Die Anmeldung muss zum Start erfolgen (§ 14 GewO).

Die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Gewerbe oder Nebengewerbe beim Gewerbeamt deiner Gemeinde anmelden, danach innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER einreichen.
  • Einkommensteuer zahlst du auf den Gewinn, nicht auf den Umsatz.
  • Kleinunternehmerregelung: keine Umsatzsteuer, solange dein Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet (§ 19 UStG).
  • Plattformmeldungen: Vinted, eBay und Co. melden Verkäufer ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Jahr an das Bundeszentralamt für Steuern. Steuerpflichtig macht dich das nicht, die Einordnung hängt von deiner Tätigkeit ab.

Die Details findest du in drei Ratgebern: Reselling-Gewerbe anmelden (Ablauf, Kosten, Fragebogen), Vinted Steuern und Finanzamt (Meldepflicht und Privatverkauf) und Vinted Pro: gewerblich verkaufen (was Vinted von Gewerbetreibenden verlangt).

Tools für Reseller

Für den Start brauchst du wenig: ein Smartphone, Tageslicht, Versandmaterial und eine Tabelle für Einkauf und Verkauf. Mit wachsendem Volumen helfen Werkzeuge in drei Bereichen:

  • Marktdaten: Was verkauft sich, zu welchem Preis, wie schnell? Hier setzt ResellTrack an. Ein Scan zeigt für eine Nische, also eine Marke oder Kategorie, sofort die beobachteten Vinted-Verkäufe mit einem Score von 0 bis 100. Die Ansicht „Trends“ zeigt, welche Kombinationen aus Kategorie und Marke sich am besten verkaufen, und Lens schätzt anhand eines Fotos eine Preisspanne für einen Artikel. Die Browser-Erweiterung öffnet auf Vinted ein Panel mit den Verkäufen ähnlicher Artikel, die Zahlen gibt es ab dem Pro-Plan. ResellTrack ist kein Bot: Es kauft und verkauft nichts, sondern analysiert Verkaufsdaten. Die Pläne kosten 24, 39 oder 79 € im Monat, ohne Gratis-Test (Preise).
  • Rechner: Gebühren und Marge vor dem Einkauf rechnen, etwa mit unseren kostenlosen Gebühren- und Gewinnrechnern für Vinted.
  • Organisation: Bestand, Belege und Gewinn festhalten. Spätestens mit einem Gewerbe brauchst du saubere Aufzeichnungen.

Einen Vergleich der Werkzeuge findest du in die besten Tools für den Vinted-Wiederverkauf.

Lohnt sich Reselling?

Ehrlich gesagt: Es kommt darauf an. Reselling kann ein solider Nebenverdienst sein, aber kein passives Einkommen. Gegen dich arbeiten:

  • Konkurrenz beim Einkauf, vor allem bei bekannten Marken und auf großen Flohmärkten
  • Liegengebliebene Ware, die Geld bindet
  • Zeitaufwand für Fotos, Nachrichten, Versand und Reklamationen
  • Fälschungen, vor allem bei Luxus und Sneakern. Wer eine Fälschung verkauft, haftet dafür
  • Formalitäten, sobald es gewerblich wird

Für dich spricht, dass der Einstieg wenig Kapital braucht, du klein testen kannst und gute Entscheidungen beim Einkauf sich direkt in der Marge zeigen. Wer mit Daten statt mit Bauchgefühl einkauft, eine Nische wählt und seine Kosten ehrlich rechnet, hat deutlich bessere Chancen als jemand, der einfach alles mitnimmt, was günstig aussieht.

So startest du in fünf Schritten

  1. Eine Kategorie wählen, die du kennst, etwa Outdoor-Jacken, Damenschuhe oder Kinderkleidung einer bestimmten Marke.
  2. Nachfrage prüfen: Wie viele Teile werden verkauft, zu welchem Preis, wie schnell?
  3. Höchsten Einkaufspreis festlegen und mit kleinem Budget testen, zum Beispiel mit zehn Teilen.
  4. Verkaufen und messen: Verkaufsdauer und Nettomarge pro Teil notieren.
  5. Formalitäten klären, sobald du regelmäßig einkaufst: Gewerbe anmelden, Belege sammeln.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Reselling?

Reselling ist der Wiederverkauf von Waren mit Gewinn. Meist geht es um Secondhand-Artikel wie Kleidung, Schuhe, Vintage oder Sneaker, die günstig auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden oder online eingekauft und auf Plattformen wie Vinted, eBay oder Kleinanzeigen teurer verkauft werden.

Ist Reselling in Deutschland legal?

Ja. Der Wiederverkauf gebrauchter Originalware ist erlaubt. Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht einkauft und verkauft, muss allerdings ein Gewerbe anmelden und den Gewinn versteuern. Verboten ist der Verkauf von Fälschungen.

Wie werde ich Reseller?

Wähle eine Kategorie, die du gut kennst, prüfe anhand tatsächlich verkaufter Artikel die Nachfrage, leg einen Höchstpreis für den Einkauf fest und teste mit kleinem Budget. Sobald du regelmäßig einkaufst, um weiterzuverkaufen, meldest du ein Gewerbe oder Nebengewerbe an.

Braucht man für Reselling ein Gewerbe?

Ja, wenn du gezielt einkaufst, um regelmäßig mit Gewinn weiterzuverkaufen. Eine feste Grenze gibt es nicht. Wer nur eigene, gebrauchte Sachen verkauft, braucht kein Gewerbe, auch wenn die Plattform ihn ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Jahr meldet.

Auf welcher Plattform verkauft man am besten?

Für Mode meist auf Vinted, weil Privatverkäufer dort keine Verkaufsgebühr zahlen und die Käuferschaft groß ist. eBay eignet sich für Auktionen, Sammlerstücke und Elektronik, Kleinanzeigen für Abholung und Lots, Vestiaire Collective für Designerware. Viele Reseller nutzen mehrere Plattformen parallel.

Wie viel kann man mit Reselling verdienen?

Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht. Der Gewinn hängt von deiner Einkaufsquelle, deiner Nische, der Verkaufsdauer und dem Zeitaufwand ab. Entscheidend ist die Nettomarge pro Teil nach allen Kosten, multipliziert mit der Zahl der Teile, die du tatsächlich verkaufst.

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